Arcumeggia - Das Dorf, das sich gegen das Vergessen bemalte 6 Bilder
Kultur · Luino

Arcumeggia - Das Dorf, das sich gegen das Vergessen bemalte

Seit 1956 verwandelten namhafte Künstler wie Aligi Sassu und Remo Brindisi die Fassaden dieses kleinen Bergdorfs in Italiens erste Freilichtgalerie des Freskos.

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Arcumeggia liegt auf 560 Metern in der Valcuvia, eine knappe Stunde vom Lago Maggiore entfernt, und man erreicht es über eine enge Bergstraße mit 15 Kehren. Wer oben ankommt, steht vor einem Dorf, das sich 1956 buchstäblich neu erfunden hat. Damals drohte Arcumeggia zu veröden. Der Provinzielle Tourismusverband lud unter dem Titel "Pittori in vacanza" die bedeutendsten figurativen Maler Italiens ein, die Außenwände der Bauernhäuser zu bemalen. Achille Funi, Gianfilippo Usellini, Aligi Sassu, Remo Brindisi, Giuseppe Migneco: Namen, die heute in Museen hängen, haben hier ihre Werke direkt ins Mauerwerk eingearbeitet. Das letzte Fresko entstand 2006, fünfzig Jahre nach dem Anfang. Über 150 Fresken bedecken heute die Fassaden. Szenen des Bergbauernlebens, religiöse Darstellungen, Mythen und Naturbilder, alles auf demselben rauen Putz, der die Häuser seit Jahrhunderten trägt. Was den Rundgang besonders macht: Man liest die Geschichte des Projekts an den Wänden selbst ab, Stil gegen Stil, Jahrzehnt gegen Jahrzehnt. Die Via degli Allievi fügt eine weitere Schicht hinzu, Arbeiten von Studierenden der Kunstakademien, die hier in Sommerkursen lernten. Das Dorf hat kaum fünfzig Einwohner. Man geht langsam, bleibt stehen, schaut in Innenhöfe. Am Eingang des Dorfes, neben der Kirche Sant'Ambrogio, hängt eine Kreuzwegstation, die elf verschiedene Künstler gestaltet haben.
Ort
Luino
Zeit
jederzeit frei zugänglich
Hinweis
Arcumeggia ist ganzjährig frei zugänglich. Der Parkplatz befindet sich am Ortseingang neben der Kirche Sant'Ambrogio, von dort startet die Besichtigung zu Fuß. Die Zufahrtsstraße von Casalzuigno ist eng und hat zahlreiche Kehren, festes Schuhwerk für das Kopfsteinpflaster empfohlen. Am Info-Point im Ort gibt es eine Karte mit den wichtigsten Fresken sowie Audioguide-Verleih.
Arcumeggia funktioniert ohne Programm. Man parkt, läuft los und lässt sich von den Gassen leiten. Das Besondere: Die Fresken wirken nicht wie ein aufgesetztes Kunstprojekt, sondern wie selbstverständlicher Teil des Dorfes, was sie historisch auch sind.

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