Porcini am Mottarone: Pilze suchen zwischen zwei Seen
Natur · Stresa

Porcini am Mottarone: Pilze suchen zwischen zwei Seen

In den Bergwäldern des Mottarone (1.491 m) zwischen Lago Maggiore und Lago d'Orta wachsen Steinpilze. Wer sammeln will, braucht einen Sammelschein und ein gutes Gespür für Regen und Timing.

Der Mottarone ist der Berg zwischen zwei Seen. Auf 1.491 Metern teilt er den Lago Maggiore vom Lago d'Orta, und seine Hänge sind dicht bewaldet mit Buchen, Tannen, Kiefern, Lärchen und Kastanien. Genau diese Mischwälder sind es, die Pilzsucher aus der ganzen Region anziehen. Die Hänge des Mottarone gehören zu den meistbesuchten Sammelgebieten im Verbano Cusio Ossola. Steinpilze wachsen hier ab etwa 500-600 Höhenmetern aufwärts, also bereits auf dem Weg zur Gipfelregion. Wann sie erscheinen, entscheidet das Wetter: Regen gefolgt von milden Temperaturen bringt die Pilze hervor. Wer drei bis sieben Tage nach einem guten Regen in den Wald geht, hat die besten Chancen. Frühsommer und Herbst sind die klassischen Fenster, aber das Myzel macht keine Versprechen. Das Sammeln ist in Piemont klar geregelt. Wer ohne Sammelschein erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe. Der Schein gilt für das gesamte Gebiet der Region Piemont und ist tages-, wochen- oder jahresweise erhältlich. Die tägliche Sammelmenge ist auf drei Kilogramm pro Person begrenzt, Plastiktüten sind verboten. Pilze kommen in einen offenen, belüfteten Korb, damit die Sporen beim Gehen zurück in den Boden fallen. Oben auf dem Mottarone, im Rifugio Genziana, landen die Porcini dann auf dem Teller: als Tajarin mit Butter und Parmesan, klassisch piemontesisch. Wer selbst nichts findet, kann zumindest nachvollziehen, warum diese Wälder so viele Menschen in Gummistiefeln und mit Körben in der Hand auf die Hänge treiben.
Ort
Monte Mottarone, Stresa
Zeit
Frühsommer und Herbst sind die ergiebigsten Fenster, abhängig von Niederschlag und Temperatur. Kein fixer Termin, das Wetter entscheidet.
Hinweis
Sammelschein (Tesserino) vor dem Ausflug besorgen, gilt für ganz Piemont. Nur offene, belüftete Körbe erlaubt, keine Plastiktüten. Tägliches Limit: 3 kg pro Person. Zufahrt per Privatstrasse Borromea (mautpflichtig) ab Stresa-Alpino oder über Armeno.
Der Mottarone ist kein Geheimtipp unter Pilzsuchern, und das ist eigentlich das Interessante: Die Hänge sind bekannt, die Konkurrenz real, der Schein Pflicht. Wer das akzeptiert und mit dem richtigen Wetterfenster kommt, erlebt eine sehr konkrete Form von Aufmerksamkeit für Wald und Boden, die sich vom üblichen Lago-Maggiore-Programm deutlich abhebt.

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