Passo della Forcora: Wo Ziegenkäse und Bergwiesen den Tag bestimmen 3 Bilder
Natur · Maccagno

Passo della Forcora: Wo Ziegenkäse und Bergwiesen den Tag bestimmen

Hoch über dem Lago Maggiore: ein Sommertag auf dem Passo della Forcora, mit Bergwiesen, weitem Blick und einem der ältesten Ziegenkäse-Betriebe der Region.

Die Fahrt beginnt am Seeufer in Maccagno und windet sich über die SP5 durch die Val Veddasca nach oben. Nach rund 35 Minuten Fahrzeit liegt der Pass auf 1.179 Metern, eingeklemmt zwischen Monte Cadrigna und Monte Sirti. Die Luft ist spürbar kühler als unten am See. Direkt am Pass steht die kleine weiße Kirche Madonna della Neve. Ihr Ursprung reicht ins Jahr 1791 zurück, als der Pfarrer von Graglio die Curia di Milano bat, eine Kapelle auf dem Alpgelände weihen zu dürfen, damit die Hirten während der Sommersaison einen Ort zum Beten hatten. 1845 wurde sie erweitert und erhielt dabei Fresken von Antonio Ciseri, der die Madonna mit den Heiligen Rochus und Sebastian darstellte, wohl als Reaktion auf die Choleraepidemie von 1836. Heute ist die Kirche das erste, was man am Pass sieht. Wenige Minuten entfernt liegt der Hof Pian del Lares, auf rund 1.000 Metern. Hier produziert Flavio Carraro, zweite Generation der Familie, die Formaggella del Luinese DOP: den ersten Ziegenkäse Italiens mit geschützter Herkunftsbezeichnung, ausschließlich aus roher Ziegenmilch, mindestens 20 Tage gereift. Der Käse ist mild-aromatisch und auch für Menschen zugänglich, die Ziegenkäse sonst meiden. Vom Pass aus reicht der Blick bei klarem Wetter bis zum Monte Rosa. Wer möchte, geht auf den Kammwegen weiter, ohne dass es technisch anspruchsvoll wird. Im August findet auf dem Passplatz die Festa dell'Alpeggio statt, mit Produktvorstellungen und Mittagessen mit den Hirten.
Ort
Passo della Forcora / Pian del Lares, Maccagno
Zeit
Sommer, warme und klare Tage
Hinweis
Anreise per Auto über SP5 ab Maccagno, ca. 35 Min. Kostenloser Parkplatz am Pass vorhanden. Öffnungszeiten Hof Pian del Lares vor Besuch prüfen.
Dieser Ausflug funktioniert, weil er keine Attraktion verspricht, sondern eine Stimmung liefert: kühle Bergluft, ein Käse mit Geschichte und ein Panorama, das den See von oben zeigt. Gut für alle, die dem Trubel am Ufer für einen halben Tag entfliehen wollen.

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